Bedruckbare Flexfolien

(Werbung durch Markennennung) Hier findet Ihr die Informationen aus dem Video vom 9. Oktober 2020 über die bedruckbare Flexfolie von POLI-TAPE noch einmal schriftlich zusammengefasst.
Bedruckbare Flexfolien

(Werbung durch Markennennung)
Miriam hat am 9. Oktober 2020 nicht wie geplant und angekündigt Michael Hildebrandt von POLI-TAPE sondern seinen Kollegen Patrick Lingen für uns zu bedruckbaren Flexfolien befragt.
Patrick ist auch schon seit 11 Jahren bei POLI-TAPE, und hat Michael wunderbar vertreten und alles Wissenswerte über die Folien erzählt. Ich versuche in diesem Beitrag mal wieder, das vermittelte Wissen in schriftlicher Form zu präsentieren.

Hier könnt Ihr Euch auch noch das Video ansehen.

Bedruckbare Flexfolien, auch „Printables“ genannt, sind nicht selbst farbig, sondern weiß oder transparent und werden mit unterschiedlichen Druckern bedruckt. Vorteil ist, dass man für bunte Aufdrucke auf Textilien nicht (wie bei farbigen Folien) einzelne Teile übereinander oder ineinander verpressen muss, um mehrfarbige Projekte zu realisieren. Die bedruckte Folie wird ganz einfach in nur einem Arbeitsschritt aufgebracht und erlaubt es auch Farbverläufe, Schattierungen, etc. zu realisieren, die mit farbigen Folien nicht darstellbar wären.

Da verschiedene Textilien unterschiedliche Folien benötigen (z.B. Sporttextilien, Funktionsshirts) und Großformatdrucker andere Tinten zur Auswahl haben als der „kleine“ Bürodrucker, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Folien. Die meisten sind allerding für uns „Hobbyplotter“ nicht zu gebrauchen, da sie nur mit Tinten kompatibel sind, für die man Drucker anschaffen müsste, die weit jenseits des Budgets liegen, welches im Privatbereich realistisch und sinnvoll ist. Die Anschaffung solcher Drucker lohnt sich nur, wenn man wirklich viel damit drucken und die Produkte (zahlreich) verkaufen möchte.


Aber eine Folie gibt es auch für uns: POLI-FLEX 4605 kann mit einem normalen Tintenstrahldrucker und den bei Desktopdruckern üblichen wasserbasierten Tinten bedruckt werden.

Es gibt auch Lösungen für Laserdrucker, aber nicht bei POLI-TAPE. Nach Aussage von Patrick können Laserdrucker Farbverläuft nicht so schön darstellen wie Tintenstrahldrucker, weshalb eine Nutzung von Laserdruckern in diesem Bereich eigentlich weniger Sinn macht, wo es ja gerade auch um die schöne Herausstellung von Farbverläufen geht.

Bedruckbare Flockfolien gibt es auch, bei denen wird aber meist mit Sublimationsdruck gearbeitet, oder auch mit lösemittelbasierten Tinten, die dann aber wieder andere, teurere Drucker benötigen als die, die bei uns meist zu Hause stehen.

Also zurück zur POLI-FLEX 4605. Optisch erscheint die Folie auf den ersten Blick wie eine ganz normale, weiße Flexfolie, mit einem kleinen Unterschied, den wir im nächsten Absatz noch kennenlernen werden. Sie entspricht dem ÖkoTex-Standard, ist aus Polyurethan hergestellt, PVC-frei und ökologisch unbedenklich. Man kann sie also auf Textilien verwenden, ohne Angst um seine Gesundheit zu haben.

Nun zu dem erwähnten Unterschied: Bei „üblichen“ Flexfolien befindet sich die eigentliche Folie auf einem rückklebenden Träger, und es wird durch die Kleberschicht hindurch geschnitten (weshalb man für den Schnitt das Motiv spiegeln muss, damit es dann „richtig herum“ auf dem Textil landet). Bei den bedruckbaren Flexfolien ist die Kleberseite der Folie auf dem Träger (Dieser heißt auch „Liner“). Die Folie kann also ganz normal wie ein Blatt Papier in den Drucker eingelegt und mit der Einstellung „normales Papier“ „fotorealistischer Druck“ (die Bezeichnugen können von Drucker zu Drucker leicht unterschiedlich sein) auf der Folienseite bedruckt werden. Da die sichtbare Seite der Folie hier oben ist, braucht man nicht spiegeln, weder beim Drucken noch später beim Schneiden. Das Prinzip kennen manche vielleicht schon von „Eigenproduktionen“ verschiedener Plotterfolien-Shops.
Anhand der Datei „Entspanda“ von MarxMicha wurde gezeigt, wie die Folie verarbeitet werden kann.
(Die entzückenden „Quarantierchen“ als JPG (also z.B. zum Ausdrucken) sowie die Plotterdateien, die Miriam daraus gezaubert hat, kann man zurzeit bei Ruhrplottkind kaufen und herunterladen. Dort erhält man auch die hier im Beitrag erwähnte bedruckbare Flexfolie in DIN A4 und das Transfer-Tape. Die Folie gibt es auch in DIN A3, gängig (und daher bei Ruhrplottkind im Sortiment) ist aber DIN A4, da die meisten Desktop-Drucker nur DIN A4 drucken können, DIN A3-Drucker sind seltener.)

Man kann natürlich auch Digistamps auf bedruckbare Flexfolien drucken und verpressen, sofern die Lizenz der Digistamps das hergibt, oder Fotos, oder jedes beliebige, druckbare Bild, sofern keine Lizenzen dagegensprechen.

Nach dem Bedrucken sollte man die Folie immer gut trocknen lassen, gerne auch einige Stunden, bevor man verpresst, um sicher zu stellen, dass keine Tinte verschwimmen kann. 24 Stunden Trocknen, wie es auf manchen Shop-Seiten angegeben wird, ist schon sehr lang (Patrick sprach von einigen Stunden). Eine noch längere Trockenzeit bringt keinen weiteren Vorteil. Selbst die 24 Stunden-Angabe gilt eher für lösemittelhaltige Tinten.
Man kann dann das Motiv entweder mit dem Plotter oder, wenn es nicht zu komplex ist, auch mit einer Schere ausschneiden.

Anschließend wird wie sonst auch bei Flexfolien entgittert (was hier heißt, dass die nicht bedruckten Teile der Folie entfernt werden), und je nach Komplexität des Motivs wird dann eine Übertragungsfolie (POLI-TACK 854) aufgebracht. (Gut festrakeln!) Es handelt sich bei diesem „Transfer Tape“ um eine klebende Polyesterfolie, die man von den „normalen“ Flexfolien als rückklebende Trägerfolie kennt. Man kann aber bei einfachen Formen auch einfach die bedruckte Flex mit den Fingern vom Träger lösen und dann mit der Kleberseite nach unten auf das Textil auflegen. Wenn man keine Übertragungsfolie verwendet, sollte man in dem Fall gegebenenfalls das Motiv mit hitzebeständigem Klebeband auf dem Textil fixieren, und vor dem Verpressen auf jeden Fall mit einer Silikonfolie, Teflonfolie oder Backpapier abdecken.

Die (weiße) 4605 ist eher für dunkle Stoffe gedacht, kann aber auch auf hellen Stoffen verwendet werden.
Es gibt auch transparente Flexfolie, die bedruckbar ist, diese ist aber mehr für helle Textilien geeignet. Auf dunklen Textilien kann durch über das Motiv überstehende (transparente) Folienteile ein „speckiger“ Eindruck auf dem Textil entstehen.

Beim Pressen (160 Grad, 15 Sekunden) muss alles ganz flach aufliegen, um eine gute Verbindung der Folie zum Textil zu garantieren. Die Oberfläche der Folie wird somit gut und gleichmäßig versiegelt, wodurch die Tinten quasi „laminiert“ werden und das Motiv somit waschbar. Durch gute Planlage, vernünftigen Anpressdruck und Nachpressen von ca. 2 Sekunden nach Entfernen des Transfer-Tapes stellt man sicher, dass die Versiegelung auf jeden Fall passt.

Das Finish der Folie ist nicht glänzend sondern eher matt. Dies ist im deutschen Raum mehr gewollt, da das Glänzende in unserer Wahrnehmung oft „speckig“ wirkt.

Korrekte Verarbeitung vorausgesetzt, sind die bedruckten Folien dann bis zu 60°C waschbar. Höherwertige Tinten geben meist auch eine bessere Haltbarkeit. Man geht davon aus, dass das fertige Produkt etwa 50 Waschzyklen überlebt. Dabei sollte man immer „inside out“ („auf links“) waschen, um Abrieb in der Waschmaschine zu verringern. Bis zur ersten Wäsche sollte man, wie auch bei „normalen“ Flexfolien, ca. 24 Stunden warten.

Die Farben kommen erst nach dem Verpressen richtig zur Geltung. Vorher sieht das Motiv etwas „flach“ aus. Man sollte aber auf keinen Fall den Drucker umstellen, damit dieser mehr Tinte verwendet. Die Folie ist bei den o.g. Druckereinstellungen schon mit Tinte gesättigt, und kann ähnlich wie ein vollgesogener Schwamm nicht mehr Tinte aufnehmen. Diese liegt dann nur „oben auf“, und es gibt dadurch eher Probleme wie vermehrtes Auswaschen oder Verschwimmen des Motivs.

Dehnbar ist die Folie nur sehr wenig, da sie mit einer Dicke von 160 µ (im Gegensatz zu „normalen“ Flexfolien mit 100 µ) etwas dicker und damit auch steifer ist (1 µ oder Mikrometer ist der tausendste Teil eines Millimeters, also 1 µ = 0,001 mm. Die Folien sind also 0,16 bzw. 0,1 mm dick). Auch der Tintenauftrag ist ein Grund dafür, dass man die Folie eher nicht zu sehr dehnen sollte, da die getrockneten Tintenpartikel beim Dehnen „auseinandergezogen“ werden würden, und das Ergebnis dann nicht mehr schön aussieht.
Geeignet ist die Folie somit für „normale“ T-Shirts aus Baumwolle, Jeans und ähnliche Textilien. Sporttrikots kommen aufgrund der hohen Dehnbarkeit und auch teilweise aufgrund von Farbmigrations-Problemen eher nicht in Frage. Bedruckbare Blockout- oder Turbo-Flexfolien gibt es zwar, für diese braucht man dann aber wieder andere Tinten und Drucker. Im Zweifel muss man selbst ausprobieren, ob es passt, vielleicht auf einem kleinen Rest-Stoffstück oder irgendwo „von links“ auf dem Textil, wo man es später nicht sieht.

Ich hoffe, dass Ihr hier (und/oder im Video) alle benötigten Informationen zu der Möglichkeit gefunden habt, Flexfolien zu bedrucken. Bei weiteren Fragen zur Verarbeitung oder allgemein zu der Folie kann man gerne bei Plottertante fragen, Miriam leitet die Fragen dann an POLI-TAPE weiter, oder Ihr fragt gleich auf der Facebookseite von POLI-TAPE.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich bin neugierig auf Ergebnisse, zeigt sie gerne in der Gruppe von Plottertante auf Facebook!

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