Der Tanz mit den Strasssteinen

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Glitzer und Bling Bling

Es ist soweit – endlich habe auch ich mein erstes Strassstein-Projekt hinter mich gebracht!

Ich hab aber auch ganz schön improvisieren müssen, um mein kleines Projektchen zu realisieren. Manchmal wäre es eben doch gut sich vorab genauer zu informieren, was man für eine bestimmte Technik eigentlich so braucht, bevor man damit loslegt. Da ich aber einer lieben Freundin versprochen habe, ihr T-Shirt aufzuhübschen, musste Plan B her und dann noch C und D :-).

Die hohe Kunst der Improvisation

Aber wie beim Tanzen auch, ist Improvisation (m)ein guter Freund und Partner! Die Plottertante tanzt seit ein paar Wochen nämlich auch. Angefangen hat es, dass ich einfach mal mitgeschleppt wurde. Warum auch nicht – ein kinderfreier Abend pro Woche, das klang ja verlockend. Und da mein lieber Mann auch sein Ok dazu abgegeben und sich bereit erklärt hat, die Kinder an diesem Abend alleine zu übernehmen, bin ich also zum Line-Dance mitgegangen (worden) :-).

Was soll ich sagen? Es ist fantastisch! Neben dem absoluten Fun-Faktor, den Line-Dance bringt, schalte ich doch tatsächlich zu 100% ab und denke an nichts als an die Schrittfolgen. (Für gewöhnlich denke ich nämlich viel zu viel – an meine nächsten Beiträge, welches Tutorial ich jetzt erstellen soll, ob das alles überhaupt Sinn macht, was ich kochen und einkaufen und vor allem wie ich das alles unter einen Hut bekommen soll). Und dann war da plötzlich nichts mehr außer ich, meine Cowboyboots, die Musik und der absolute Flow!

Na, ihr seht schon, bei so viel Faszination musste ich das T-Shirt einfach schnell fertigstellen.

Ein paar Vorkehrungen hatte ich ja wohl gemacht. Strasssteine waren vor Wochen schon bestellt worden (Dass die Großpackung leider in viel zu viele unterschiedliche Größen und Farben aufgeteilt war, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht) und auch die Heißtransferfolie ist mit der letzten Lieferung angekommen.

Meiner Meinung nach konnte es jetzt losgehen. Meine Freundin Karo hatte mir auch schon ihr Wunschbild übermittelt:

Cowboystiefel Vorlage Caro

Ein Plan entsteht…

So weit so gut, aber das ist ja ein Bild, das schon aus Strasssteinen besteht….- macht nichts, ich werds einfach abmalen, fotografieren und dann im Silhouette Studio einfach wieder mit der Funktion für Strasssteine bearbeiten.

Gesagt, getan. Hier meine handgezeichnete Vorlage:

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…und wird dann doch komplizierter…

Im Programm importiert, sah das Ganze dann doch etwas anders aus als gedacht.

Ich habe das Bild geöffnet und nachgezeichnet. Soweit alles gut. Aber dann wurde es ein wenig komplizierter aus den Linien die Löcher für die Steinchen zu bekommen. Es gibt sicher eine einfachere Variante als meine, aber ich hab dann einfach die Kante per Mausklick in Löcher der Größe 10ss verwandelt und die inneren Linien habe ich mit der Freihand-Funktion nachgezeichnet – in unterschiedlichen Lochgrößen. Durch Punktbearbeitung ein paar Korrekturen vorgenommen und dann war mein Bild fertig vorbereitet:

Cowboyboots Studio

So, und jetzt kam mir erst in den Sinn, dass ich das ja mit einer speziellen Folie ausschneiden lassen muss. Oh nein! Ich hatte nichts mitbestellt und überhaupt, was für eine Folie sollte das überhaupt sein?

Nach kurzer Recherche war mir klar, mir fehlt also eine Schablonenfolie, die man dann auf einen Untergrund aufkleben kann und in die Löcher dann die Steine streichen. – Mit einer speziellen Bürste –  Soso, die hatte ich nämlich auch nicht. Allerdings glaube ich, dass die Bürste mir eh nicht wirklich geholfen hätte, da ich ja mit 3 unterschiedlichen Steingrößen gearbeitet habe. Hier begann aber die seelische Vorbereitung auf eine fitzelige Detailarbeit mit Pinzette und viel Geduld….(Zum Glück war zumindest hier beides vorhanden).

…Happy End?

Aber mein Schablonenfolien-Problem war noch nicht gelöst. Habe sofort eine Facebook-Gruppe aufgesucht und nach Hilfe gebeten, was ich denn als Ersatz für so eine Folie verwenden kann. Erfreulicher Weise kam auch prompt die Antwort, dass das schon mal wer mit festerem Karton gemacht hat. Das Ergebnis wurde mir auch gleich bildlich veranschaulicht und von mir für so gelungen erklärt, dass ich diesen Vorschlag gleich angenommen und angewandt habe. Problem erst mal gelöst. Einen herzlichen Dank noch mal hierfür – mein Tag war vorerst gerettet!

Und so sieht meine fertige Vorlage nun aus:

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Und da ich mir auch noch den Tipp habe geben lassen, dass ich den Karton einfach mit Tesafilm befestigen soll, habe ich das ebenfalls so gemacht und wollte frohen Mutes mit dem schönen Teil der Arbeit beginnen und es endlich Strasssteine glitzern lassen!

Die Ernüchterung kam sobald…

Ich bin sofort zum Schrank, um die Strasssteine zu holen und bin dann fast vom Stuhl gekippt. Da waren 6 unterschiedliche Farben an Steinchen drinnen und von jeder Farbe ca. 5 unterschiedliche Größen (auch solche, die man im Silhouette Studio gar nicht schneiden kann) und daher viel zu wenig!

So, und was blieb mir jetzt anderes übrig, als wirklich jedes Steinchen mit Pinzette einzusetzen?! Habe mal schnell überflogen und nachgerechnet, wie ich jetzt aus den Farben dennoch meine Vorlage so befülle, dass es schön aussieht und nicht ein Stiefel halb rosa, halb blau und der zweite grün und hellrosa wird….Die Lösung lautete 3,1,1,1,1 und wiederholen. Übersetzt bedeutet dies: 3 silberfarbene, 1 pinker, 1 hellrosaner, 1 blauer und 1 hellblauer Stein. Klingt etwas mühsam und war es auch! Hier kommt mir zu Gute, dass ich solche Arbeiten gerne mag und ich mich dabei sogar entspannen kann (sofern ich allein zuhause bin – war ich natürlich nicht ;-)).

Auf dem Bild seht ihr noch meinen zu optimistischen Versuch, nur die silbernen Steinchen zu verwenden – nach dem ersten Stiefel musste ich einsehen, dass daraus niemals was werden kann.

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Zuletzt noch die Übertragung auf das T-Shirt – einfach, oder? Na ja….

Nach einer kleinen Weile waren alle Steinchen positioniert (nicht alle haben die Löcher richtig ausgefüllt, da die Steine irgendwie entweder zu klein oder zu groß waren) und ich konnte es kaum erwarten endlich alles auf der Übertragungsfolie zu fixieren.

Dazu hatte ich mir ein Video angesehen. Da gab es den Tipp, die Übertragungsfolie nach oben zu “knicken” und über die Vorlage zu bewegen und dann schön langsam und gleichmäßig draufzulegen.

Ok, klingt vernünftig. Immerhin möchte ich ja, dass die Steine schön in Form bleiben und nicht verrutschen. Ich halte also die Folie vorsichtig über meine Vorlage und – wuuuuuuuusch – die halben wurden sofort von der Folie angezogen und klebten wild durcheinander an der Folie :-(.

Also, ein Schritt zurück und die Steinchen noch mal farblich richtig platziert. Jetzt war aber nix mehr mit langsam und genau. Geschwindigkeit war angesagt. Durchatmen, Luft anhalten und zack! Die Folie klebte an den Steinen. Juhuu!!! Und noch dazu sahen diese gar nicht verrutscht aus!

Jetzt noch gut drüberstreichen, damit die Steinchen auch gut kleben bleiben und dann die Übertragungsfolie abziehen. Das hat doch wirklich gut geklappt. 2-3 Steinchen sind nicht mitgekommen, aber die hab ich dann später einfach einzeln aufgebügelt.

Und so sieht die fertige Verzierung nun aus:

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Bin nicht zu 100%, aber doch zufrieden. Und wehe, wenn Karo das T-Shirt nicht mindestens jedes zweite Mal beim Tanzen anhat! 🙂

 

Kurz zusammengefasst, was ich zur Verarbeitung von Strasssteinen sagen kann:

  • Ich glaube, die Schablonenfolie ist nicht unbedingt notwendig, aber sicher eine große Erleichterung, da ich vermute, dass die Steinchen schön drinnenstecken und beim Aufkleben auf die Übertragungsfolie nicht, wie bei mir, von der Folie an- und herausgezogen werden.
  • Zum Bürstchen direkt kann ich nichts Konkretes sagen, weil ich nicht versucht habe, die Steine in die Löcher zu “streichen”. Ich vermute jedoch stark, dass dieses Bürstchen einem viel Zeit erspart (sofern man nur eine Größe und Farbe verwendet).
  • Einen Picker braucht man nicht unbedingt – mit einer guten Pinzette (ich hab meine vom Entgittern verwendet) klappt das wunderbar.

Aber damit es das nächste Mal besser klappt, werde ich mir in Zukunft eine Großpackung je Steinchengröße und -farbe kaufen! Das habe ich jedenfalls gelernt!

Wie ging es euch beim ersten Mal Strasssteinchen verarbeiten? Hab ihr auch Tipps und Tricks auf Lager? Die würden mich natürlich brennend interessieren!

Liebe Grüße und viel Kreativität!

Miriam, Eure

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3 Kommentare

  • WOW, toll geschrieben! Man fühlt richtig den Fight bis hin zum Ergebnis. Das T-Shirt, was übrigens sehr schön geworden ist, trieft jetzt wohl vor Liebe und Schweiß. 🙂 Klasse wie du Lösungswege findest. Mehr davon! <3

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    • Danke lieber Thomas! Das war wirklich eine kleine Herausforderung 🙂 Freue mich sehr über dein liebes Kommentar!

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