Schwerpunktthema: VINYLFOLIE (1) – Materialkunde

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Nachdem es zu vielen Themen rund um den Plotter immer wieder zu ähnlichen Fragestellungen kommt, habe ich beschlossen eine Blogreihe mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen zu beginnen. Pro Schwerpunktthema wird es mehrere Blog-Beiträge geben, in welchen ich euch verschiedene Methoden genau erläutern, sowie viele Fragen vorweg beantworten möchte.

Als erstes Schwerpunktthema habe ich mir VINYL vorgenommen.

In diesem ersten Beitrag zum Thema Vinyl findet ihr Informationen zu:

  • Vinylfolien und ihre jeweilige Verwendungsmöglichkeiten
  • Übertragungsfolien
  • Werkzeug zum Entgittern

Unterschiedliche Vinylfolien und ihre Verwendungsmöglichkeiten

Bei Vinyl, sowie bei anderen Folienarten auch, gibt es unterschiedliche Anbieter.

Am häufigsten hört man dennoch von Folien von ORACAL von der Firma Orafol.

Es gibt aber natürlich auch andere Hersteller, wie z.B. Ritrama, Mactac oder Aslan . Gefunden habe ich auch noch Avery, MacCal, Hexis, Neschen, 3M und Metamark.

Ganz allgemein erkennt man Vinylfolie daran, dass sie an der Vorderseite eine farbige matte oder glänzende Oberfläche haben, die Rückseite jedoch fühlt sich an wie Papier und ist nicht farbig!

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Vinyl-Folie Vorderseite
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Vinyl-Folie Rückseite

 

Vinylfolie für den Außenbereich

Wenn ihr schon einmal etwas für den Außenbereich plotten wolltet, dann habt ihr sicher meist von ORACAL® 751C gehört!

Diese Folie ist ideal für den Außenbereich geeignet und genießt folgende Eigenschaften:

  • optimalen Schneid- und Verarbeitungseigenschaften.
  • für Beschriftungen, Markierungen und Dekorationen
  • Besonders für hochwertige Fahrzeug- und Verkehrsmittelwerbung geeignet
  • Auch auf unebenen und gewölbten Untergründen sowie in Sicken und über Nieten anwendbar
  • Oberfläche hochglänzend (zusätzlich in mattweiß und mattschwarz erhältlich)
  • je nach verwendeter Folie bis zu 8 Jahren haltbar

Meinen Recherchen nach zu Urteilen, ist diese Folie die für diesen Zweck am häufigsten empfohlene Vinyl-Folie im Hobbybereich.

Es gibt aber unter anderem auch noch die MACal® 9800 PRO oder die PremiumClour ASLAN C 118 Soft, welche ähnliche Eigenschaften genießen.

Speziell für Fahrzeuge gäbe es auch noch die ORACAL® 951 Premium Cast

Dir ORACAL® 651 Intermediate Cal besitzt nahezu die gleichen Klebeeigenschaften wie die ORACAL® 751C. Vorteil der ORACAL® 751C ist aber, dass diese zusätzlich über mit einem UV-Blocker versehen ist und daher gerne für Auto-Aufkleber verwendet wird. Durch diesen UV-Blocker bleichen die Farben weniger stark aus – der Vorteil liegt somit klar auf der Hand 🙂 – Danke an dieser Stelle an Alice von meiner Facebook-Gruppe, sie hat mir hier den Unterschied genau erläutert, damit ich hier vollständige Information aufführen kann!

Vinylfolie für den Innenbereich sowie zur Dekoration

Für den Innen- sowie Dekorbereich eignet sich die ORACAL® 631 Exhibition Cal.

Diese Folie zeichnet sich aus durch:

  • gute Verarbeitung auf Schneideplottern
  • für kurz- und mittelfristige Markierungen, Beschriftungen und Dekorationen

Liest man sich durch die Plotterforen und -gruppen, so hört man von dieser Folie am Meisten und ich glaube die meisten Folienshops für Hobbyplotter haben diese im Sortiment.

Erwähnen möchte ich aber auch noch:

  • ORACAL® 621 Economy Cal (laut Hersteller im Innenbereich nahezu unbegrenzt haltbar)
  • ORACAL® 638 Wall Art (speziell für Innenwände – also Wandtattoos)
  • ORACAL® 651 Intermediate Cal (für kurz-bis mittelfristige Haltbarkeit im Außenbereich, Innen nahezu unbegrenzt haltbar)

Lebensmittelechte Folien für Tassen, Brotdosen uvm.

Beim Dekorieren von Tassen, Tellern und Co. hört man immer wieder die unterschiedlichsten Meinungen. Stichwort: Gesundheitsschädlichkeit

Wer sich keine Gedanken über die mögliche Schädlichkeit von Vinylfolie machen möchte, verwendet für ein solches Projekt am besten lebensmittelechte Folie.

Bei meine Recherche habe ich leider keinen Hersteller herausgefunden, aber viele Anbieter von Plotterfolien haben eine solche Folie in ihrem Sortiment.

Weitere, selbstklebende Folien

Natürlich gibt es außer den oben genannten  noch weitere Folien, wie z.B. Glasdekorfolien, Etched-glass Folie, Milchglasfolie, etc. Auf diese möchte ich hier nicht weiter eingehen.

Übertragungsfolien

Gemein ist allen oben genanten Folien, dass sie eine Übertragungsfolie benötigen, mit der man das gewünschte Design am gewünschten Ort anbringen kann.

Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Übertragungsfolien von unterschiedlichen Anbietern.

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Übertragungsfolie Rückseite
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Übertragungsfolie Vorderseite

Ganz Allgemein könnt ihr aber immer die Übertragungsfolie (auch Transferfolie genannt) bei dem Anbieter kaufen, bei welchem ihr auch eure Vinylfolie kauft. Damit liegt ihr nie falsch.

Man kann hier aber ruhig auch kreativ sein. Denn, es muss nicht immer eine Übertragungsfolie sein. Je nachdem für welchen Zweck ihr die Übertragungsfolie benötigt und auch abhängig davon wie groß euer Motiv ist, könnt ihr auch ein durchsichtiges, dickeres Klebeband oder Ähnliches verwenden. Achtet nur auf die Klebekraft des Klebebandes oder der Folie die ihr verwendet. Zum Einen soll diese stark genug sein, das Vinyl von Trägermaterial abzulösen, zum Anderen aber nach Anbringung am Wunschort, soll es sich vom Vinyl wieder lösen, damit das Vinyl am Wunschort und nicht auf dem Klebeband kleben bleibt. Es eignet sich auch Bucheinbindefolie (dieser könnte man zuvor etwas an Klebekraft nehmen, indem man ein paar mal mit einem Baumwollstoff “abtupft”).

 

Wozu genau benötigt man diese Übertragungsfolie?

Vinylfolie erhält man auf einem sogenannten Trägerpapier. Dies bedeutet, das Vinyl welches ihr verwenden wollt, klebt auf einem Träger (auf der papierenen Rückseite weiter oben im Bild sichtbar).

Schneidet ihr nun mit dem Plotter ein Motiv, so müsst ihr die Schnitteinstellungen so einstellen, dass nur das Vinyl und nicht auch dieser Träger geschnitten wird. Nach dem Entgittern (das ist der Vorgang, bei dem ihr all das Vinyl, welches nicht angebracht werden soll, entfernt) bleibt also die Trägerfolie mit dem zu übertragenden Motiv zurück.

Hier seht ihr geplottete Vinylfolien, die noch nicht entgittert ist und sich noch auf dem Träger befindet.

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Um die Vinylfolie nun anzubringen, wird das Motiv zunächst entgittert und im Anschluss mit Übertragungsfolie (am besten etwas größer als das zu übertragende Motiv) am Wunschort angebracht.

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Hier seht ihr das entgitterte Motiv sowie ein Stück Übertragungsfolie, die ich gerade ablöse, um diese auf das geplottete Motiv zu kleben.
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Mit einem Rakel stelle ich sicher, dass die Vinylfolie an der Übertragungsfolie festklebt und vom Träger abgezogen werden kann.
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Jetzt kann ich das Vinyl vom Träger lösten und es klebt nun auf der Übertragungsfolie.
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Nun wird es am Wunschort positioniert und wieder mit einem Rakel angebracht.

Werkzeug zum Entgittern

Jeder hat fürs Entgittern seiner Motive andere Vorlieben und man kommt oft erst nach und nach darauf, was einem am besten gefällt.

Von Silhouette selber gibt es einen Entgitter-Haken. Diesen finde ich persönlich viel zu dick und vor allem für Vinyl oft ungeeignet. Vor allem, wenn das Motiv zart und filigran ist.

Viel lieber verwende ich eine spitze Pinzette…

…oder einen Nahttrenner (das ist ein Nähutensil zum Auftrennen von Nähten).

 

Es klappt aber auch gut mit einer Stecknadel oder Dentalbesteck vom Zahnarzt (am Besten funktioniert es angeblich mit einem zum Zahnstein entfernen 😉 ).

Aber auch selbstgebastelte Vorrichtungen habe ich schon häufig gesehen.

Ich denke, mit diesen Informationen habt ihr jetzt eine erste Vorstellung davon, wie denn das so funktioniert mit Vinyl. Natürlich gibt es hier noch mehr zu erzählen. Welche Schnitteinstellungen/ Messereinstellungen, Tipps fürs Übertragen an den Wunschort und vor allem auch das Anbringen mehrfarbiger Motive.

Dies und weitere Details verrate ich euch gerne in den nächsten Beiträgen zum Thema Vinyl!

Bei Fragen oder eigenen Tipps und Tricks die ihr teilen wollt, könnt ihr mich gerne kontaktieren.

Alles Liebe!

miriam-unterschrift-lila

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11 Kommentare

  • Herzlichen Dank habe mir grad den Silouette Cameo 3 zugelegt und dieser Blogeintrag war genau richtig für mich.
    lg Agnes

    Antworten
    • Danke Agnes! Ich freue mich über deine Rückmeldung und hoffe du hast mit deinem Cameo schon einige schöne Projekte verwirklichen können!

      Antworten
  • Hallo Miriam,
    ganz lieben Dank für diesen tollen Bericht. Im Moment sauge ich alle Info’s nur so auf. Ich muss noch so viel lernen.
    Aber durch solche Beiträge, hoffe ich, dass ich schnell gute Ergebnisse mir meiner frisch eingezogen Cameo 3 erzielen werde. Mach bitte weiter so. Das ist so hilfreich für einen totalen Anfänger wie ich es bin.
    Liebe Grüße
    Anke

    Antworten
    • Danke liebe Anke! Ich hoffe ich komme bald zu den nächsten Beiträgen zu Vinyl – da gibt es ja auch noch einiges zu sagen 🙂 Freue mich, wenn es dir hilft! Ganz liebe Grüße!
      Miriam

      Antworten
  • Liebe Miriam,
    auch ich bin absoluter Neuling mit neuer Cameo 3 und freue mich sehr über Deine wunderbar verständlichen Tutorials.
    Ganz lieben Dank dafür!
    Liebe Grüsse Sabine

    Antworten
  • Hallo,
    das ist jetz vlt eine dumme Frage, aber ist Vinyl-Folie durchsichtig? Ich suche nach einer Folie, mit der ich die schön bunte Gabel meines Fahrrads vor Lackschäden schützen kann und dachte an Vinylfolie. Aber ich hab keine Ahnung, ob das sinnvoll ist.
    Danke schon mal für die Hilfe 🙂

    Antworten
    • Hallo liebe Monika!
      Es gibt in der Tat auch durchsichtige Vinylfolie! Hier würde ich die empfehlen bei einem Plottershop nachzufragen, die könnten dir hier die passende Folie empfehlen und verkaufen!
      Liebe Grüße,
      Miriam

      Antworten
  • Welches ist die dünnste Folie?
    Ich suche eine „ewig“ haltbare Folie für Musikinstrumente (Logo Gitarrenkopfplatte, also eher Innenbereich) die zudem überlackierbar sein sollte. Wünschenswert ist eine absolut hauchdünne Folie für einen „painted on“- Effekt.
    Danke für Tipps!

    Antworten

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